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Special: Wii U – Overview


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Die E3 2011 hat gerade ihre Pforten geschlossen und starke Eindrücke hinterlassen. Es gab allerhand neue Spiele zu sehen, mit „PSVita“ endlich einen finalen Namen für den Nachfolger der PSP und was tat Nintendo? Die Japaner nutzten die Gunst der Stunde, um endgültig den Schleier vom geheimnisvollen „Project Café“ zu lüften und präsentierten uns somit den Nachfolger der Wii: Die Wii U!

…doch was ist die WII U eigentlich und wie funktioniert sie?

Zunächst einmal wäre da die Konsole selbst – optisch könnte man den kleinen Kasten als eine Mischung aus XBOX360 und PS3 Slim beschreiben. Und tatsächlich ist die Leistung der „neuen WII“ volle Pulle auf HD getrimmt! Das Herz der Wii bildet ein Multicore-Prozessor von IBM, der speziell für die Wii U entwickelt wurde – die gleiche Prozessor-Technologie wurde übrigens auch für den Supercomputer Watson benutzt, der Anfang des Jahres bei der amerikanischen Quizsendung „Jeopardy“ den Mensch besiegen konnte. Obwohl die genaue Taktrate noch nicht bekannt ist, wird die im 45 Nanometer-Verfahren hergestellte CPU in etwa der Leistung einer PS3 und XBOX360-CPU entsprechen.


Der Grafikchip stammt von AMD, ist ebenfalls eine Spezialanfertigung und sollte es so mächtig in sich haben, dass Nintendo auch grafisch endlich die Moderne der Videospielwelt erreicht. Die GPU kann das Bild via HDMI mit schöner 1080p FULLHD-Auflösung auf die Flimmerkiste ballern, je nach TV und Einstellung sind aber auch 1080i, 720p, 480p und 480i in 4:3 oder 16:9 möglich. Als Anschlüsse können natürlich auch Komponentenkabel, Composite oder S-Video gewählt werden.

Was den RAM-Speicher angeht, tappen wir noch im Dunkeln, denn dazu gibt es bislang keine Informationen. Fest steht hingegen wohl, dass die Wii U als Speichermedium auf ein eigenes Disk-Format setzt, in der üblichen Größe von 12cm Durchschnitt und ca. 25gb Daten-Kapazität. Die alten Wii-Discs passen übrigens ebenfalls rein, schließlich gewährt man der Big-N-Gefolgschaft Abwärtskompatibilität – und das nicht nur bei den Spielen, sondern auch bei Controllern und Zubehör, wie z.B. dem Balance-Board. Gamecube-Spiele sind mit der Wii U allerdings nicht kompatibel, dafür müsst ihr wohl oder übel zur Wii oder zum Originalgerät greifen.

Für den Datenspeicherplatz sorgt Nintendo mit internem Flash-Speicher, der durch SD-Karten erweitert werden kann. Wem das nicht reicht, der kann an den 4 USB 2.0 Anschlüssen auch externe Platten anschließen.

Doch kommen wir nun zum wirklich Interessanten und eigentlichen Prunkstück der Wii U: dem WiiPad bzw. Wii U Tablet.

Das Tablet dient als Hauptcontroller der Wii U, besitzt die üblichen Bedienungsteile im Nintendo-Design: Steuerkreuz, A, B, Y, X-Knöpfe und 2 Analog-Sticks, aber auch einen 6,2 Zoll-Bildschirm. Der Touchscreen ist mit 15,75 cm recht groß ausgefallen und das Joypad trotz der Größe (oder besser gesagt: Breite) überraschend leicht und somit für längere Daddel-Sessions geeignet.
Das Hauptfeature der Wii U besteht aus der Interaktion zwischen dem Tablet und der Hauptkonsole. Zum einen dient der Tablet-Schirm als Erweiterung des Fernsehbildschirms, zum anderen kann das komplette Bild alternativ auch auf den Controller übertragen werden – falls der Mitbewohner, Bruder, Schwester, Vater oder Mutti irgendwas im Fernsehen gucken müssen (ausgerechnet dann, wenn ihr eigentlich zocken wollt). Wenn euch nach Malen ist, findet ihr in der oberen linken Ecke des Pads einen Stylus-Stift in der Größe des DS Lite-Stiftes und könnt loslegen und das Bild parallel auch am Fernseher bearbeiten. Zum Netzsurfen kann das Tablet ebenso benutzt werden, so seht ihr auf dem TV etwa die gesamte Seite und navigiert und lest auf dem Pad das Kleingedruckte. Übrigens: eine Multitouch-Funktion besitzt die Wii U nicht, ihr müsst also mit einem Finger auskommen.

Die Funktion der Bildübertragung wird durch die kabellose „Streaming“ genannte Technik ermöglicht und mit diesen Möglichkeiten des Wii U Tablets eröffnet Nintendo eine Pforte zu neuen Gameplay-Welten. Da der Release des Gerätes für 2012 gedacht ist, war man noch nicht soweit, fertige oder zumindestens halbfertige Spiele vorzuführen. Einige Technik-Demos waren dennoch zu sehen und diese lassen sehr gut darauf schließen, wie genau die neuen Möglichkeiten der Wii U aussehen könnten.

Zum einen wäre da die „Chase Mii“ Demo. Es ist eine Art digitales Fang-Spielchen. 4 Spieler benutzen die gute, alte Wiimote, spielen im 4er-Splitscreen auf dem Fernseher und fungieren als Fänger. Spieler 5 soll nun mit Hilfe des Wii U Tablets und mit einem Zeitvorsprung von 15 Sekunden das Weite suchen und sich anschließend 60 Sekunden lang nicht fangen lassen. Da die 4 Fänger logischerweise den Bildschirm des Entflohenen nicht sehen können, muss man sich absprechen und zusammenarbeiten um innerhalb der Zeitspanne erfolgreich zu sein. In der „Battle Mii“-Demo läuft es nach ähnlichem Prinzip: Zwei Spieler kämpfen hierbei auf dem TV im Splitscreen gegen den Tablet-User der ein Raumschiff steuert und zurückschießt. Mit diesen oder ähnlichen Spielchen zeigt die Wii U schon mal Potenziall für neue interessante Multiplayer-Spielerfahrungen. Leider ist es momentan nur möglich, ein einziges Tablet anzuschliessen. Da der Release aber noch in weiter Ferne ist, könnte Nintendo es sich auch noch anders überlegen. Und eventuell wird man ja doch noch den 3DS als Pad nutzen dürfen oder doch 2 Wii-Tablets gleichzeitig (obwohl es eigentlich hieß, dass diese nicht separat gekauft werden können).

Nintendo möchte wieder mehr in Richtung Core-Gamer und mit der Wii U hat man bald eine echte Next-Gen HD-Hardware. Die „Zelda Tech Demo“ ließ ihre Muskeln spielen und zeigte bereits, was in der Kiste steckt. In nativer 1080p Auflösung und geschätzen 60 Frames pro Sekunde konnte man zwar nicht selber spielen, aber immerhin die Kameraperspektive wechseln und auf Wunsch das komplette Bild auf das kleine Tablet schieben. Auch ein nicht funktionierendes Inventar wurde während der Zelda Demo auf dem Tablet gezeigt. Die Funktionen, die aus dieser TV-Tablet Kombination resultieren, kommen einer Art „Nintendo DS, nur in groß“ sehr nahe.

Wer jetzt denkt: „Ach Nintendo, die kommen jetzt bestimmt mit HD-Remakes noch und nöcher und das war’s dann schon“, der könnte sich irren. Eine bereits ordentliche Dritt-Hersteller Riege sprach bereits von Plänen für Spiele wie etwa: „Ghost Recon Online“, „Batman: Arkham City“, „Madden“, „Fifa“, „DiRT“, „Aliens: Colonial Marines“, „Tekken“, „Ninja Gaiden 3“ und: ja, sogar „Battlefield 3“! Nintendo ist also endlich im HD-Zeitalter angekommen. Apropos Moderne: Verabschiedet euch engültig von den Friendcodes, ein Nintendo-Gamertag samt Friendslist-Funktion ist ebenfalls in Planung.

Die Wii U soll 2012 auf den Markt kommen, einer genauer Preis oder Termin ist noch nicht bekannt.

Bildergallerie:

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