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Test: Carrier Command: Mission Gaea


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Wer kennt es nicht? Da übernimmt man das Kommando über einen hochmodernen Flugzeugträger um die Welt zu retten, scheitert jedoch an Banalitäten die eigentlich nicht sein müssten. Meuternde Crew, billige Import-Technik, unfreundliche Kampfbedingungen. Wie schön, dass Carrier Command: Mission Gaea quasi an alles denkt.

Dabei ist das Konzept so interessant, so komplex und spannend, dass man einfach einen Blick drauf werfen muss. Carrier Command: Mission Gaea ist hinsichtlich des Spielprinzips nämlich der neue, kleine Bruder von Command & Conquer: Renegade – mit weniger Spieltiefe und mehr Taktikanteilen. Doch leider entpuppt es sich als drittklassiges Strategiespiel mit guten, jedoch inkonsequenten Ansätzen.

Willkommen an Bord, Captain!

Alles auf Anfang: ArmA-Schöpfer Bohemia Interactive hatte es sich zum Ziel gemacht, das 24-Jahre alte Carrier Command neu aufzulegen. Dabei kam ein Strategiemix heraus, der sich nicht all zu lange sehen lassen darf, denn schnell wird klar: Hätte man an manchen Stellen die richtigen Schräubchen gedreht, wäre das Spiel spitze – doch leider ist es das nicht. Das Konzept ist zwar interessant und stimmig, doch die Umsetzung stellenweise grauenvoll. Als Kommandant übernimmt der Spieler die Kontrolle über einen technisch hochfrisierten Flugzeugträger, welcher immer 4 Einheiten pro Fahrzeugart beherbergen kann. Das umfasst das Amphibien-Fahrzeug “Walrus” und die Jets “Manta”. Nebenbei gibt es noch NPC-gesteuerte Einheiten wie Geschütztürme und Soldaten oder eine Drohne für Aufklärungs- bzw. Verteidigungszwecke. Wie man sieht, eine recht beschränkte Auswahl. Mitunter einer der Gründe für die fehlende Abwechslung im Spiel und auch ein klares weiteres K.O.-Kriterium. Im Spiel gilt es die Hoheit über 33 Inseln zu gewinnen, ihnen Produktionsarten (wovon es genau zwei gibt) zuzuweisen und seinem Gegner in den Hintern zu treten. Dieser wird leider nur von einer minderwertigen K.I. repräsentiert, denn das Spiel besitzt leider keinen Mehrspielermodus.

Innovationen? Abwechslung? Alles unter Deck!

Der Spielablauf ist zwar simpel, verwirrt jedoch immer wieder aufs neue, wenn man sich nicht ausgiebig mit der unnötig komplizierten Steuerung befasst hat. Im Hauptmenü wird quasi die Einheitenauswahl, sowie die Karte mit den 33 Inseln gezeigt, welche sich stufenweise regeln lässt. In der höchsten Ansichtsstufe färbt sich die Spielwelt der jeweiligen Kontrolle der Inseln entsprechend. Blau für vom Spieler und rot für von der KI kontrollierte Inseln. In dieser Ansicht hat man als Spieler die Möglichkeit seinen Flugzeugträger zu anderen Inseln zu manövrieren. Hierbei vergeht jedoch eine Menge Zeit – auch ein obligatorischer Zeitsprung schafft nur marginal Ersparnisse. Dockt unser Träger dann an haben wir die Möglichkeit Einheiten, welche von Produktionsinseln an Bord gebracht wurden, zu entsenden. Eine simple Aktionsleiste stellt unseren Kontingent an Fahrzeugen dar – per Steuerkreuz lässt sich hier zwischen den einzelnen Einheiten wählen und nach Abdocken vom Hauptschiff in werter Strategie-Manier und mit Wegpunkten auf den Inseln herumkommandieren. Witziges Gimmick: Die Ego-Perspektive des gewählten Mantas oder Walrus wird in der rechten oberen Ecke gezeigt und per Druck auf RB wird jenes vergrößert. Hier kommt der Genre-Mix zu tragen, denn in dieser Ansicht hat der Spieler die Möglichkeit das Vehikel selbst zu steuern wenn ihm danach ist. Das geht mit den fliegenden Mantas ganz nett von der Hand und auch wenn die Steuerung unpräzise und schwerfällig ist, macht das soweit viel Spaß. Das Amphibienfahrzeug Walrus hingegen entpuppt sich als Schildkröte, welche sich gerne Mal auf den Rücken dreht (wenn die gleich erwähnten Bugs eintreten). Die Geschwindigkeit ist enorm niedrig und so rollt man gähnend über das Land um hier und da Roboter der gegnerischen Fraktion abzuschießen oder Missionsziele einzunehmen. Gibt man die Kontrolle der Fahrzeuge ab, kann man neue Wegpunkte setzen und bequem weiter den Strategen raushängen lassen.

Käfer in der Suppe der Kombüse

Carrier Command stellt die Geduld des Spielers stark auf die Probe, denn in der von uns getesteten Xbox 360-Version traten regelmäßig Fehler auf, die entweder dazu führten, dass Einheiten komplett aufgegeben werden oder Kampagnen-Missionen sogar neu gestartet werden mussten. Auf Dauer nagt das noch mehr als alles andere am ohnehin schon sehr mauen Spielspaß. So passiert es oft, dass sich der Walrus plötzlich entscheidet kopfüber unterhalb der Spielwelt weiter zu fahren oder in Gebäudeteilen und Bäumen hängen zu bleiben. Ein Manta der auf einmal nur noch in eine Richtung fliegt und irgendwann durch eine “Außerhalb der Spielwelt”-Explosion einen Einheiten-Slot in der Actionbar frei macht ist auch nicht besser.

Belanglose Karriere, tumber Strategiemodus

Der Story-Part von Carrier Command ist nicht erwähnenswert. Eher zu vermeiden – die ersten drei Stunden verbringt der Spieler damit als Soldat in der Ich-Perspektive von Punkt A nach B zu tapseln und schon fast regungslose und polygonarme Roboter abzuknallen. Auch die Steuerung der beiden Fahrzeugtypen wird langatmig in langweiligen “Do it yourself!”-Aufträgen erläutert. Erst nachdem man die Kontrolle des Carriers übernimmt kann man loslegen. Doch leider ist bis zu diesem Punkt die Geduld einiger Spieler bereits aufgebraucht. Nebst der gänzlich uninteressanten Karriere, welche stets versucht mit Zwischensequenzen zu glänzen, die in einem billigeren Gewand daherkommen als die Ingame-Engine selbst, bietet das Spiel noch einen separaten Strategiemodus. Dieser zeigt die Möglichkeit auf, von der Kampagne unabhängige Matches gegen die K.I. zu bestreiten, welche wir vorher mit diversen Reglern so einstellen wie es uns beliebt. Dies wertet das Gesamtpaket nicht sonderlich auf und sieht neben der ernüchternden Story nicht wie die Kirsche auf dem Sahneberg aus. Wie erwähnt war es das auch schon mit der Vielfalt – einen Mehrspielermodus sucht man vergeblich.


Wegfindungsprobleme und gravierendere Schwächen machen das Spiel zu einem miserablen Remake des Klassikers. Durch diesen Umstand geht jeglicher Spielfluss verloren und das ganze verkommt zu einem frustrierenden Erlebnis, bei dem selbst die kontrollierbaren Einheiten nichts mehr reißen können. Die Kampagne plätschert müde vor sich hin, während dem Spieler eine unmotivierende und belanglose Aufgabe nach der anderen zugeteilt wird und der fehlende Mehrspielermodus gibt dem ganzen den Rest. Somit ist Carrier Command lediglich ein gutes Konzept welches bizarr an der Umsetzung scheitert.

Timo “theSoXX” Schmidt für topoftheGAMES.com

Positiv
» Gutes und durchdachtes Konzept
» Bild-im-Bild-Features
Negativ
» Miserable Umsetzung des Konzepts
» Umständliche Menüführung
» Belanglose Kampagne
» Kein Mehrspielermodus
» Kaum motivierend
» Viele Bugs

Fazit am 18. Oktober 2012 zu Carrier Command: Mission Gaea:


4






So werten wir!
Entwickler: Bohemia Interactive | Publisher: Bohemia Interactive | Erscheinungstermin: 27. September 2012 | Testsystem: XBOX 360
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