
Riesige Roboter, splitterndes Metall, Explosionen, Blechschäden und heilloses Chaos; willkommen auf einem sterbenden Planeten, willkommen bei Transformers: Fall of Cybertron. In den letzten Atemzügen des Planeten sammelt Optimus Prime seine Autobots, um die tickende Zeitbombe, auf der sie leben, endgültig zu verlassen. Auch Megatron sammelt seine Truppen, um genau das zu verhindern. So entbrennt der letzte Kampf auf Cybertron, ein Kampf der den Planeten endgültig zerstört, die letzten Energiereserven beansprucht und am Ende nur Verlierer lassen wird..
Dieser Kampf wird in klassischer Third-Person-Manier bestritten. Die ganze Zeit über, schaut ihr eurem Kampfroboter über die linke oder rechte Schulter und stürmt mit gezückter Waffe gegen Horden von großen und kleinen Gegnern. Hier und da findet ihr neue Waffen und Gadgets, Deckungen wollen gut genutzt und eure Angriffe entsprechend taktiert sein. Transformers: Fall of Cybertron wirkt auf dem ersten Blick sehr klassisch. Doch man sollte dem Titel eine Chance geben, denn schnell fällt auf, dass unter der bekannten Oberfläche eine Menge erfreulicher Überraschungen verborgen liegen.
Ein paar dieser Überraschung verstecken sich im Handlungsverlauf der mit gerade mal sechs bis acht Stunden etwas kurzen aber unterhaltsamen Kampagne selbst. Verständlicherweise soll an dieser Stelle nicht allzu viel dazu verraten sein. Nur so viel; großartige Storywendungen oder tiefgreifende Dialoge solltet ihr nicht erwarten, dennoch bietet die Kampagne einige interessante Handlungen und Ereignisse.

Innerhalb der 13 Kapitel des Singleplayer wechselt ihr zwischen zehn verschiedenen Transformern, die sich bereits oberflächlich durch Statur und Spielgefühl unterscheiden. Der riesige Brutukus etwa, setzt voll auf seine Stärke und Widerstandskraft. Er sucht keinen Schutz, sondern lässt seine Feinde Schutz vor ihm suchen, nur um diesen dann mit einem kräftigen Faustschlag zu zertrümmern. Ganz anders der flinke Bumblebee, der mit seiner Geschwindigkeit aus der Deckung heraus angreift. Typen wie Optimus Prime treten als ausgewogene Klasse auf, deren Stärke sich mit Geschwindigkeit und Beweglichkeit die Waage hält.
Doch wie der Name bereits verrät, ist ein Transformer nicht nur ein gewaltiger Kampfroboter. Ein Knopfdruck reicht aus und Starscream wird zu einem Jet oder Megatron, einem alles zerstörenden Panzer. Ein Großteil der spielbaren Transformer kann sich nach belieben transformieren, wodurch die sonst recht klaren Handlungsabläufe eine Individuelle Note bekommen. Zum krönenden Abschluss verfügt jeder Transformer über eine eigene Spezialfähigkeit. Optimus Prime beispielsweise ist in der Lage den gigantischen Metroplex zu befehligen, während sich Starscream dank seiner Unsichtbarkeit fast Stealth-artig durch die Gegnerreihe bewegt.
Eine Sache für sich stellt das Setting und Design des Spiels dar. Sehr positiv zu vermerken ist die Tatsache, dass das Spiel hervorragend in das Transformers-Universum integriert ist. Zu keiner Zeit zweifelt man an Hasbros Entscheidung, den Titel als offizielle Vorgeschichte für die Transformers-Reihe anzuerkennen. Auch fernab des Settings ist das Design sehr stimmig. Die Kampagne führt den Spieler unteranderem durch imposante Schlachtschiffe, riesige Fabriken und enge Abwasserkanäle, alles in einem charmanten mechanischen Stil gehalten.

Wie auch der Rest des Spiel, präsentiert sich der Multiplayer-Modus von der klassischen Seite. In Sachen Innovation und Kreativität, haben sich die Entwickler von High Moon Studios bei weitem kein Bein ausgerissen, im Gegenteil. Die fünf Multiplayer-Modi sind allesamt bereits aus anderen Titel bekannt und lassen auch sonst an Überraschungen vermissen. Nichtsdestotrotz kann man den Multiplayer als gelungen bezeichnen.
Im kooperativen Escalation-Modus geht es in Gruppen von bis zu vier Freiheitskämpfern gegen immer stärker werdende Gegnerwellen. Gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden ist hier Teamwork das A und O, wenn man überleben will. Während der Partie verdientes Geld kann in Waffen und Munition investiert werden. Auch können damit Türen geöffnet werden, die zum einen den Handlungsspielraum vergrößern und zum anderen bessere Schlachtpositionen enthüllen.
Die vier kompetitiven Modi bedürfen kaum einer Erklärung. Im provisorischen Team-Deathmatch geht es in zwei ausgeglichenen Teams um die meisten Abschüsse. Ebenso standardmäßig präsentiert sich der Capture the Flag-Modus. Im Eroberungsmodus gilt es möglichst lange die Kontrolle über möglichst viele Kommandopunkte zu halten. Je nach Anzahl der kontrollierten Einsatzknoten, regnet es Punkte auf das Konto. Der letzte der vier Modi ist der Kopfjäger-Modus. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Sparks zu sammeln und zu einem der Zielgebiete zu bringen, um das Punktekonto zu füllen. Sparks werden nach Abschüssen von den erledigten Gegnern ausgestoßen.

Den Clou bilden auch im Multiplayer die Transformer-Fähigkeiten, die jede der vier wählbaren Klassen mit sich bringt. Die Klassen unterscheiden sich neben der bloßen Statur und dem Spielgefühl vorallem durch die Fahrzeuge, in die sie sich transformieren und die Spezialfähigkeiten, die sie verwenden können. Um die Motivation zum spielen des Multiplayers aufrecht zu erhalten, sammelt man während der Mehrspieler-Partien Erfahrungspunkte, die Levelaufstiege bewirken. Diese sorgen wiederum dafür, dass im Charakter-Menü neue Waffen, Upgrades und Fähigkeiten freigeschaltet werden.
Obwohl bei der Grafik mehr drin gewesen wäre, läuft das Spiel konstant flüssig. Sie ist im Großen und Ganzen wohl am besten als zwecksdienlich zu bezeichnen. Der Sound überzeugt hingegen auf ganzer Linie. Der Soundtrack ist angemessen wuchtig und episch, die Sprecher sind gut und auch die Umgebungs- und Waffengeräusche verfehlen ihre Wirkung nicht.

Transformers: Fall of Cybertron ist ein Third-Person-Shooter der klassischen Machart. Sowohl der besondere Transformers-Stil, als auch die kleinen und großen Spielereien im Gameplay, machen den Shooter aber dennoch zu etwas Besonderem. Obwohl die Kampagne mit ihrem geringen Umfang und kaum Widerspielwert nicht allzu lang an den Controller fesseln wird, sorgt der unterhaltsame Multiplayer-Modus doch dafür, dass man das Spiel immer wieder gerne ins Laufwerk schmeißt. Die Inszenierung des Single- und Multiplayer-Modus tut ihr übriges, um den positiven Gesamteindruck des Titel abzurunden.
Raphael “rapha 1405″ Margreiter für topoftheGAMES.com
» Epochaler Soundtrack und gute Sprecher
» Transformers-Setting sehr gut umgesetzt
» Kapitel spielen sich sehr unterschiedlich…
» Spaßiger und ausgewogener Multiplayer-Modus
» Brachiale Inszenierung und ausgefallenes Design
» Innovationen sucht man vergebens
» Das spezielle Setting wird nicht jedem gefallen
» … Level in sich allerdings wenig abwechlsungsreich
» Eher kurze Kampagne














Nur das Ende war leider etwas schnell.