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Test: Skyrim: Hearthfire


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Der Himmel ist drachenfrei, alle Schreie erlernt und auch alle Drachenpriestermasken hängen im Labyrinthion. Das Drachenblut ist müde… müde der Abenteuer der endlosen Questreihen wegen. Zu allem Überfluss weiß er nicht wo er all die Schätze und Kuriositäten auftürmen sollte, welche er im Laufe seiner Reise durch Himmelsrand angehäuft hat. Es liegt auf der Hand: Seine Karriere hat ihren Höhepunkt erreicht und nun ist es an der Zeit, sich zur Ruhe zu setzen – nicht jedoch in einer schmutzigen Taverne; nein. Ein Eigenheim muss her, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Bethesda liefert beides im kostenplichtigen DLC Skyrim: Hearthfire.
Wer nun auf ein Sims-Feeling in seinem Lieblingsrollenspiel hofft, sollte sich mit viel Nervennahrung eindecken, denn dieser DLC nagt an der Geduld und Kreativität wie man es eher von umfangreicheren 3D-Gestaltungsprogrammen à la Blender kennt. Nur bietet jenes die Freiheit seine Ideen mit entsprechendem Know-How so umzusetzen wie man es möchte – Heartfire nicht.

Bethesdas scheinbarer Versuch, Inhalte der Modding-Community (Haus, Vieh, “eigene” Kinder,.. ) auch Konsolenspielern zur Verfügung zu stellen, sieht auf den ersten Blick im Vergleich des in Skyrim üblichen Tagwerks angenehm abwechslungsreich aus, verkommt jedoch schnell in einen tumben Spießrutenlauf zwischen Holzlieferanten, Zeichentische und der alles vernichtenden Tatsache, dass man kaum bis gar nichts am Eigenheim selbst gestalten kann. So bricht man auf, ergattert sein Grundstück und beginnt mit dem Bauvergnügen. An einem Zeichentisch werden Pläne gewählt, welche an der Werkbank nebenan in die “Tat” umgesetzt werden. Den Hammer schwingen? Fehlanzeige. Was das freie Platzieren von Gebäudeteilen angeht ebenfalls. Ja selbst Einrichtungsgegenstände werden stur von der Liste abgearbeitet und erscheinen an ihrem festgelegten Platz. Was mit dem Fundament beginnt, zieht sich über die Wände, den Dachstuhl und Türen hinweg, bis man irgendwann am Garten beziehungsweise Stall ankommt. Es kommt schnell die Frage auf, was man sich von all dem erhofft, denn die Rennerei von Baustelle zum Holzlieferanten einer Nahegelegenen Mühle, vom Zeichentisch zur lokalen Lehmgrube und wieder zurück, ist auf Dauer anstrengender als das simultane Bekämpfen zweier Drachen. Es bieten sich zwar die verschiedensten Anbauten für das traute Eigenheim zum Bau an, doch wer nun auf die freie Platzwahl oder sogar verschiedene Baustile hofft, wird bitter enttäuscht. Vielmehr stellt Hearthfire den langen Weg, Schritt für Schritt zum Musterhaus von Drachenblut Mustermann dar; ob das Gebäude am Ende einen zusätzlichen Raum hat, ist relativ belanglos und ist lediglich eine Frage der zu investierenden Zeit und den gewünschten Dimensionen des Hauses. Selbst das Mobiliar scheint mit Titan-Nieten an ihrem Platz montiert worden zu sein – der mächtige Dovahkiin, Retter Himmelsrands, schafft es nicht einmal einen plumpen Stuhl zu verrücken. Somit verkommt das ganze Projekt nach und nach zu einem ähnlichen Ergebnis wie seinerzeit Malen nach Zahlen. Lediglich der neue Stauraum lädt ein, die tausenden Bücher und Drachenschuppen die man im Laufe der Spielzeit beinahe kleptomanisch angesammelt hat, nun endlich aus dem Inventar zu schmeißen.

Spielerisch schafft Hearthfire den Absprung erst, nachdem das Haus fertiggestellt und der kammerdienende Vogt und ein paar Kinder jenes bewohnen. Ab diesem Punkt gibt es immerhin unregelmäßige Angriffe auf die Immobilie oder Wünsche der Kinder wollen erfüllt werden. Lässt ersteres mal wieder auf sich warten, erwischt man sich, wie man vom Drachenblut zur Kindernanny wird und Verstecken spielt. Sobald dieser Moment kommt, fühlt sich Skyrim mehr und mehr nach einem Ableger der Sims-Reihe an. Man setzt sich zur Ruhe und fortan werden Ratten aus dem Keller verjagt und Kinder belustigt. Trotz allem hat man etwas zu tun und die Tatsache zum ersten Mal in der Geschichte etwas spürbar an der Spielwelt zu verändern, versucht zumindest zu befriedigen. Alle Tätigkeiten rund ums Eigenheim fühlen ungewohnt unepisch an und der Held der einst in die Unterwelt hinabstieg und Drachen jagte, bepflanzt nun seinen Garten oder lässt seinen Hausverwalter Einkäufe erledigen. Quasi die virtuelle Frührente.

Auch wenn Bethesda hier die Chance nutzt, Konsolenspielern Inhalte darzubieten welche ihren Urpsrung in der Moddingszene fanden, liegt am Ende klar auf der Hand, was Heartfire ist: Der plausibelste Grund Himmelsrand bis zum Release der nächsten Erweiterung den Rücken zuzukehren. Müde und mehr oder weniger zufrieden.

Der Skyrim: Heartfire DLC ist bisher nur für die Xbox 360 erhältlich und kostet 400 Microsoft Points. Eine PC-Version müsste nach Ablauf der 30-tägigen Xbox 360-Exklusivität erscheinen.


Keine Frage – Hearthfire ist keine DLC-Offenbarung. Wer Häuserbau und ein virtuelles Familienleben sucht ist mit einem Titel von Maxis besser beraten, doch wer fernab der ganzen Kämpfe und Drachen einen Grund sucht seinen gealterten Helden zur Ruhe zu setzen findet hier seine Erlösung. Wenn auch in einer wenig kreativen Form.

Timo “theSoXX” Schmidt für topoftheGAMES.com

Positiv
» Die erste bleibende Veränderung in der Spielwelt
» Visuell schön anzusehender, neuer Stauraum
» Die beste Ausrede dem Heldendasein den Rücken zu kehren
» Eine Möglichkeit das sonst zwecklose Gold auszugeben
Negativ
» Keine gestalterischen Freiheiten
» Adoptivkinder ohne eigenen Charakter
» Schnell nachlassende Motivation

Wertung am 9. September 2012 zu Skyrim: Hearthfire:


5

So werten wir!5 von 10 - sehr gut

Entwickler: Bethesda | Publisher: Bethesda | Erscheinungstermin: 4. September 2012 | Testsystem: Xbox 360
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