
Möge die Macht mit Dir sein! Mit diesem Satz würde man, und das ist eine der erfreulichsten Dinge wie ich finde, für Verwirrung im Star Wars-Universum von Star Wars 1313 sorgen. Das neue Lucas Arts Spiel sorgt nämlich im Gegenteil zu den knuffeligen Jar Jar-Nervmich-Binks und Kindskopp Anakin-Filmen, für düstere und stimmungsvolle Star Wars Atmosphäre, der durch und durch erwachsenen Art. Zauberspielchen wie “die Macht” oder gar Jedi-Kämpfer gibt es in dieser Welt (noch) nicht.
In einem eiskaltem sehr gut belüfteten Raum zeigten uns nette Lucas Arts Angestellte, eine Mischung aus bereits bekannten E3-Gameplay-Szenen und neuen exklusiven gamescom 2012-Eindrücken. Die Präsentation lief live von einem PC bei etwa 33 Bildern die Sekunde und in einem Gespräch nach der Vorstellung sagte man zu mir, die Temperatur des Raums sei nötig um den PC kühl zu halten. Solch ein Spruch mag schon ein wenig seltsam klingen, bedenkt man die Grafikgüte die hier zu sehen war und die Temperatur in so manch anderen Präsentationsräumen, ich nahm dem guten Mann die Erklärung ab.
Der Titel Star Wars 1313 bezieht sich auf die Nummer der Stadtebene von Imperial City auf dem “Stadtplaneten” Coruscant, geschichtlich betrachtet zwischen den Ereignissen der Filme Episode 3 und 4. Während es in den oberen Etagen der Stadt wie üblich glänzend zugeht und sich verschiedene Spezies des Universums cocktailsschlürfend über Politik und Wirtschaft austauschen, findet sich das Gesocks und der unvollkommene Teil der Bevölkerung, in den tieferen Ebenen. Weit unten, auf der Ebene 1313. Das Szenario ist untypisch gewählt, aber interessant und vollkommen atmosphärisch umgesetzt. Irgendwo zwischen Blade Runner und Cyberpunk-Ähnlichkeiten ergibt sich ein atmosphärisches Bild und Gefühl, das einigen Star Wars-Fans schon längst als Vorstellung durch den Kopf gegangen ist, aber diese Fantasie in Filmen und Comics viel zu selten bedient wurde. Star Wars 1313 macht also Schluss damit und verwöhnt die Liebhaber des SciFi-Schurken-Szenarios mit dunklen Farben, dreckigen Gassen und ständige Unklarheit darüber, ob das fremde Wesen gegenüber als gut oder böse einzustufen ist.

Spielerisch wurde eine Mischung aus Ingame-Zwischensequenzen und Uncharted-esken Gameplay gezeigt. Letzterer Eindruck entstand aufgrund von Ähnlichkeiten der Klettermechanik und dem Wechsel zwischen Ballerei und Kletterpassage. Dies soll jedoch keineswegs ein Manko sein, denn trotz jener altbekannten Gameplay-Art, beeindruckte das Gezeigte und sorgte für Stille und offene Münder. Die Mimik der markanten Charaktere wirkt super und die Bewegungen absolut geschmeidig und natürlich. Der Übergang zwischen Spiel und Zwischensequenz kam angenehm fließend rüber und selbst dunkler Humor durchzog das Spielgeschehen. Zum Inhalt der Präsentation: Die zwei bislang unbekannten Hauptcharaktere schweben mit ihrem Schmugglerschiff von der Oberfläche des Stadtplaneten Coruscant, durch eine Art Schacht in die tieferen Ebenen des Planeten. Auf dem Weg hinab gibt es allerdings Ärger in Form eines mit Droiden besetzten Schiffs. Neben wenigen Dialogen und Zwischensequenzen, gleicht die Präsentation der des bereits bekannten E3 2012 Materials (siehe Video unten) und doch ist es eine andere Geschichte ob man solche Bildern auf einem Youtube-Video mittelmäßiger Qualität sieht oder live vom PC berechnet, auf einem großen Bildschirm mit sauberem Bild. Akustisch steht das Spiel der Grafikgüte keineswegs nach, was wir hier sehen und hören durften, macht einen schlichtweg atemberaubendem Eindruck.
Insgesamt kann man die Begeisterung höchstens damit schmälern, dass man natürlich noch nicht weiß, ob nach Abzug der Optik und des Klangs auch der spielerische Spaß höchste Güteklassen erreichen kann. Denn trotz der brillanten Vorstellung, wurde Gameplay-technisch bislang nur eine altbekannte Third-Person-Deckungsballerei gezeigt. Dennoch ist Star Wars 1313 ein Titel den man sich merken muss. Das Szenario des dunklen und dreckigen Teils von Krieg der Sterne ist zum Niederknien, die audiovisuelle Darstellung setzt Maßstäbe und wenn die aktuellen Konsolen-Kisten das Spiel wirklich stemmen können, steht uns mit 1313 ein i-Tüpfelchen der aktuellen Konsolen-Generation bevor.
Hier die Zusammenfassung der drei E3 2012 Gameplay-Trailer, die inhaltlich der gamescom 2012-Präsentation ähneln.














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