
In einem Interview mit unseren Kollegen von Gamesindustry sprach der Bungie-Gründer Alex Seropian über die Entwicklung der Shooter-Steuerung und über den Mangel an Innovationen auf den großen Plattformen. Anfang des Jahres hatte sich der Mitbegründer der Halo-Serie mit dem Studio Industrial Toys selbstständig gemacht, um sich von nun an hauptsächlich auf Mobile-Games für Smartphones und Tablet-PCs zu konzentrieren.
Obwohl er selbst mit Halo dazu beigetragen hatte, dass sich Shooter mit analoger Stick-Steuerung endgültig in der Gamingwelt etablieren, scheint er diese Steuerungsmechanik eher als ein notwendiges Übel zu betrachten und keinesfalls als große Offenbarung der Spieleindustrie.
Wir haben so viel Zeit dafür aufgewendet, dass auch Shooter mit einem Joystick Spaß machen – Trotzdem sind und bleiben Analogsticks eben nicht die idealen Kontrollmechanismen, die man sich, bezogen auf einen Shooter, wünschen würde. Um einen guten Shooter zu entwickeln, musst du auch das Gefühl entwickeln, dass man als Spieler ein großes Maß an Kontrolle hat. Du brauchst eine weite Skillkurve, so dass der Spieler das Gefühl bekommt gut in dem Spiel zu werden. Er muss das Gefühl bekommen, dass er es meistern kann. In den traditionellen Shootern auf dem PC, bei denen du eine Maus hast und jeden Pixel präzise anklicken kannst, dreht sich alles um dieses Prinzip. Es ist schon eine weit größere Herausforderung, dies auch mit einem Joystick hinzubekommen, den du schieben musst, um dich dem entsprechenden Pixel zu nähern.
Mit tatsächlichem Unverständnis äußert sich Seropian zu der Tatsache, diese Notlösung am Ende auch auf einen Touchscreen zu übertragen, der nicht nur auf technischer Seite viele neue und wohl möglich sogar bessere Steuerungsmechaniken bieten könnte.
Wenn man bedenkt wie viel Zeit und Arbeit wir aufgewendet haben, um eine Notlösung zu finden, mit der Shooter auch auf der Konsole Spaß machen, dann macht das Kopieren dieser Idee einfach keinen Sinn. Gerade dann nicht, wenn das Gerät via Touchscreen die Möglichkeit bietet jeden Punkt präzise zu berühren. Ich verstehe das nicht.
In Sachen Innovationen ist sich der Büngie-Gründer sicher, dass große Neuerungen in der Gamingindustrie momentan nicht auf Konsolen gemacht werden, sondern auf mobilen Geräten zu Hause sind. Mobile Spiele werden im allgemeinen nicht so kostspielig finanziert wie etwa große Konsolentitel, so dass mögliche Verluste eher gering ausfallen.
Innovationen werden nicht auf den Konsolen stattfinden, sondern dort wo sie bereits stattfinden, auf mobilen Geräten. Wenn ein Publisher 50 Millionen Dollar in ein Spiel steckt, dann ist eine Anforderungen “Bitte, innoviert nicht, wir wollen unser verdammtes Geld wieder reinbekommen!”
Da Erfolg mit neuen Mechaniken und Ideen nicht garantiert werden kann, besteht laut Alex Seropian eine Chance von 50%, dass ein innovatives Projekt in die Hose geht. Dies ist auch der Grund, wieso momentan so viele Spiele mit 2,3 oder 4 am Ende in den Regalen stehen.
Der Rest des Interviews bezieht sich hauptsächlich auf Mobile Gaming und ab und an gibt´s einen kleinen PR-Spruch zu Seropians Studio. Solltet ihr interessiert sein, verweisen wir gerne auf das volle Interview bei den Kollegen von Gamesindustry.biz.














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