
4X – ein Kürzel was in der heutigen Zeit immer seltener Verwendung findet und vielen Teilen der heutigen Spielergeneration kaum noch dessen Bedeutung in den Sinn rufen würde, wären da nicht viele Versuche kleinerer Entwickler erwähnenswerte Titel auf den Markt loszulassen. eXplore, eXpand, eXploit & eXterminate. Vier Worte reichen schon um das Spielprinzip dieser komplexen Strategiespiele im All zu erläutern.
Endless Space ist über Steam erhältlich. Während der Entwicklungsphase hatten Vorbesteller des Spiels frühzeitigen Zugriff auf die jeweilige Alpha-Version. In Kombination mit Games2Gather, einem System um Spielerwünsche und Feedback direkt in die Entwicklung einzubinden, hat das Spiel Potenzial das alte Master of Orion vom Genre-Thron zu stürzen, oder es zumindest anzurühren.
Das Spiel ist 4X-typisch aufgebaut, rundenbasiert und sehr modular. Man hält sich größtenteils in den verschiedenen, teilweise sehr schön gestalteten Menüs auf, um beispielsweise Produktion und Entwicklung der jeweiligen Planeten zu kontrollieren. Insgesamt läuft das Spiel Genre-gewohnt ab und die Runden vergehen irgendwann im Fluge; man widmet sich aktuellen Umständen, wie etwa einem neuen Event, einer politische Anfrage, einem Angriff oder dem Abschluss einer wissenschaftlichen Forschung.

Der Spieler entscheidet, was er mit verfügbaren Ressourcen anstellt und leitet Flottenmanöver ein, setzt neue Entwicklungen in die Warteschlange und überlegt sich seine nächsten Schritte. Während Genre-Neulinge das sehr umfangreiche Text-Tutorial dankend durchkauen werden, fühlen sich alte Hasen direkt heimisch. Ganz so nostalgisch kommt Endless Space jedoch nicht daher, denn Bereiche wie das Diplomatie-, Schiffsausstattungsmenü und die Galaxien-Karte sind liebevoll animiert und überzeugen durch eine passende und moderne Gestaltung. Endlose Weiten bieten sich uns in diesem Spiel jedoch nicht, sind die Spielgebiete doch meist auf 20-40 Sternensysteme beschränkt. Nichtsdestotrotz dauern viele Runden locker mehrere Stunden oder gar Tage – je nachdem, wie sich die Vertreter der acht spielbaren Fraktionen anstellen.
Bei den spielbaren Fraktionen ist jedes Klischee anwesend: Die menschliche Rasse in Form der „Pilgrims“ und des „United Empires“, synthetische Wesen namens „Amoeba“ und „Sowers“, die typischen Aliens „Sophons“ und „Cravers“, sowie „Hissho“ und „Horatio“ welche halben Gottheiten ähneln. Jede Fraktion besticht durch ihre individuellen Boni und Mali. Auch durch mehrere Bot-Schwierigkeitsgrade kann man die Herausforderung nach Belieben anpassen. Die dazugehörigen Beschreibungen sind (wie viele andere Texte) liebevoll mit Humor gespickt.

Das Spiel bietet verschiedene Helden, die einmal angeheuert beispielsweise zur Steigerung der Produktivität eines bestimmten Sonnensystems eingesetzt werden können. Zu Beginn jedes Spiels stehen dem Spieler drei zufällig gewählte Helden zur Rekrutierung bereit. Im Laufe der Partie gesellen sich nach und nach neue heldenhafte Mitstreiter zu euren drei Starthelden. So steht euch nach jeder 50sten gespielten Runde ein neuer zur Verfügung. Helden sammeln im Spielverlauf Erfahrungspunkte. Die daraus resultierenden Stufenaufstiege gewähren Zugriff auf passive Fähigkeiten, sowie Fertigkeiten die aktiv in Raumschlachten eingreifen können.
Jene Konflikte laufen je nach Wunsch im Hintergrund („Auto“), in diesem Fall wird der Ausgang aus den vorhandenen Werten der aufeinandertreffenden Flotten sowie deren Boni errechnet; oder durch halbwegs imposant gestaltete Zwischensequenzen („Manuell“), in die der Spieler während drei Kampfphasen durch 5 verschiedene Aktions-Karten in das Geschehen eingreifen kann. Insgesamt können sich die Schlachten zwar sehen lassen, insbesondere dann, wenn mehrere Flotten aufeinanderprallen, spielerisch nutzt sich das Feature jedoch irgendwann ab und dient lediglich der Abwechslung.















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