
Und schon wieder ein LEGO-Titel und mit LEGO Batman 2: DC Super Heroes schon wieder ein LEGO Batman-Spiel. Aber kann das gefühlt 300ste LEGO-Franchise Produkt überhaupt noch Spaß machen, geschweige denn überraschen? Die Antwort erfahrt ihr in unserem Test.
Gotham City ist in Gefahr und wenn selbst Batman zugibt, dass er Hilfe braucht um seine geliebte Heimat zu retten, dann muss Gotham wirklich tief in der Klötzchen-Tinte stecken. Der Joker und Lex Luthor haben sich zusammengetan um nicht nur ihre ewigen Widersacher auszuschalten oder Gotham zu zerstören, es geht ihnen um nicht weniger als ganz Amerika. Selbstredend, dass Batman dies nicht einfach zulassen kann und so stürzt er sich mit seinem ewigen Lehrling Robin und dem Alleskönner Superman in die Schlacht. Einer Schlacht, die vielleicht sogar mehr bedarf, als die Kräfte der drei Helden.
Soweit die Geschichte des Titels, die sich, ähnlich den Storys des direkten Vorgängers, fast wie die aus einer der klassichen Comics liest, allerdings auch das Problem mit sich bringt, dass sie teilweise sehr gestreckt wirkt. Auf die durchschnittliche Spieldauer für die Geschichte eines LEGO-Spiels haben die Jungs von Traveller’s Tales versucht eine einzige Story zu strecken, die genaugenommen zu kurz dafür ist. So nimmt alleine der eigentliche Finalkampf rund ein Drittel des 15 Level umfassenden Spiels ein.

Doch wer auch nur in eines der vielen LEGO-Spiele hereingeschnuppert hat wird wissen, dass die bloße Geschichte nie den Hauptreiz der Titel ausmachte. Es ist die ganz eigene Interpretation der Geschichten, der ganz eigene LEGO-Humor, der von schrecklich dämlich über dezent witzig bis zu brüllend komisch alles umfasst, was das Herz der innerlich junggebliebenen amüsiert. Obwohl das neue LEGO Batman ohne eine direkte Vorlage auskommt, präsentiert sich das Spiel diesbezüglich direkt von seiner besten Bausteinseite. Egal ob gespielt oder gesprochen (ja gesprochen, ihr habt euch nicht verlesen, es gibt eine Sprachausgabe), schon in der ersten Sequenz wird deutlich: Das ist ein LEGO-Spiel. „Natürlich“, werdet ihr sagen, „da hampelt ja auch ein LEGO-Männchen rum!“, aber auch darüber hinaus ist es LEGO durch und durch.
In Sachen Gameplay ist es wichtig, dass man das Spiel zunächst nicht als Ganzes betrachtet, sondern in drei Bereiche aufteilt. Zwei der Bereiche lassen sich sehr schnell abhaken, da sie sich kaum von denen in anderen LEGO-Titeln unterscheiden. Da wäre zum einen das übergeordnete Gameplay, sozusagen das Gerüst eines jeden LEGO-Titels. Wie gewohnt dreht sich alles um das Aufbauen, Zerstören, Sammeln und Kaufen von LEGO-Objekten. Kleine Steinchen in Silber, Gold, Blau und Purpur stocken euer Konto auf, dabei ist es vollkommen egal ob ihr etwas aufbaut, abbaut, umbaut, umhaut, rumhaut, zerstört, zerbrecht, sprengt oder bewegt, für alles regnet es die kleinen Plastikperlen. Diese lassen sich später in Charaktere, rote Steine oder Fahrzeuge investieren. Die Struktur sollte also niemanden mehr überraschen, der einmal etwas von einem LEGO-Titel gehört hat.
Auch in den Leveln präsentiert sich der Titel von der klassischen Seite. Wie immer geht es hauptsächlich um das exzessive Sammeln, von allem, was sich eben sammeln lässt. Seien es nun Geldsteine, um das Konto aufzustocken und die Superheldenanzeige zu füllen oder Minikits, um sich am Ende ein kleines Fahrzeug-Modell basteln zu können. Auch hier im Grunde keine Überraschungen, mit der Ausnahme, dass rote Steine, die im Spiel als Cheats oder besser Spielhilfen fungieren, nicht mehr in den Leveln zu finden sind, dafür gilt es Bürger Gothams aus brenzligen Situationen zu retten.

Tatsächliche Neuerungen erwarten uns im dritten Teilbereich, welcher schon an sich eine Neuerung darstellt. Was einst mit LEGO Harry Potter begonnen wurde, weitet LEGO Batman 2 nun im wahrsten Sinne des Wortes aus. Gotham City fungiert nun als größte offene Spielwelt, die es bisher in keinem LEGO-Titel gab und ist vollgestopft mit goldenen und roten Steinen, Charakteren, Fahrzeugen und Geldsteinen; einfach alles will gesammelt und gekauft werden. Dies geht tatsächlich soweit, dass ihr nach dem bloßen durchspielen der Storymissionen erst rund 25% des gesamten Spiels abgeschlossen habt. In der Stadt bewegt ihr euch dann hüpfend, laufend, fahrend oder fliegend auf den Straßen und am Himmel, trefft auf schreiende Bürger, üble Schurken, spaßige Minigames und kleine Rätselchen. Die Grundprinzipien sind an sich variabel und abwechslungsreich, leiden aber unter dem gleichen Problem wie die Story, sie sind eigentlich zu kurz, oder besser zu wenige für die Größe auf die sie gestreckt wurden.
Neuerungen erwarten uns allerdings nicht nur in den Grundsäulen des Gameplays, sondern auch in einigen Details. Meistens handelt es sich dabei um Änderungen in der Steuerung, doch auch Dinge wie der zwei Spieler Koop-Modus wurden überarbeitet. Dieser wird im neuen Ableger wieder durch einen dynamischen Splitscreen ergänzt. Dynamisch bezieht sich in diesem Fall auf das Koop-Gameplay in den Level der Kampagne und bedeutet Zweierlei. Zum einen ist er nicht ständig aktiv, sondern schaltet sich erst ein, wenn die Spielfiguren zu weit von einander entfernt sind. An sich gar keine schlechte Idee, da so klassische „Nein, wir gehen jetzt hier lang“- Dialoge entfallen, leider hapert es in der Umsetzung, gerade in Anbetracht des zweiten Aspekts. Der Splitscreen beziehungsweise der Trennstrich zwischen den zwei Bildschirmausschnitten, richtet sich nach der Position der Spieler im Levelaus, rennt Spieler 1, also in einem gewissen Abstand um Spieler 2, dann drehen sich auch die beiden Bildschirme um einander. In der offenen Welt hat man auf das „dynamisch“ verzichtet und setzt voll auf klassischen Splitscreen. Uns hat diese Aufteilung wesentlich besser gefallen, da sich so auch die Aufgaben sehr gut verteilen lassen.

Der Splitscreen-Modus ist nur ein Beispiel einer Neuerung, die zwar an sich sinnvoll, aber in ihrer Umsetzung nicht immer optimal ist. An dieser Stelle sei auch das Fliegen genannt, um nur ein weiteres Beispiel zu erwähnen.
Technisch präsentiert sich der Titel auf einer guten und soliden, wenn auch nicht überragenden Weise. Das ganze Spiel über sind mir keine nennenswerten Fehler in Sachen Grafik oder Animationen aufgefallen, zwar regnet es auch unter Vordächern, den Spielspaß schmälert das aber nicht. Gleiches gilt für den Sound, der ohne tatsächliche Mängel daherkommt, dem aber der letzte Funken fehlt um tatsächlich zu zünden. An dieser Stelle sei aber die gute deutsche und hervorragende englische Synchronisation hervorgehoben.

Auch LEGO Batman 2: DC Super Heroes kann es nicht leugnen, es ist ein LEGO- Spiel und noch dazu ein wirklich gutes. Nichtsdestotrotz ist es aber auch ein Spiel mit mehreren Problemen. Es ist zwar durchaus erfreulich zu sehen, dass Telltale Games versucht mit kleinen Neuerungen das klassische LEGO- Spielprinzip zu durchbrechen, weniger erfreulich allerdings, dass diese Neuerungen nicht immer perfekt funktionieren. Dazu kommt noch die Tatsache, dass das Spiel größer sein will, als es eigentlich ist. Doch letzten Endes ist es wie mit allen LEGO- Spielen; der unglaubliche Charme, der Humor und die unerklärliche Motivation, vollkommen unwichtige Dinge zu sammeln, täuschen nicht nur über einige Fehler hinweg, sondern schaffen es auch zu überspielen, wie wenig Anspruch der Titel eigentlich stellt. Aber wenn es ein Spiel schafft, auch solche Mängel durch eine große Portion Spielspaß auszugleichen, dann muss es einiges richtig gemacht haben.
Raphael “rapha 1405″ Margreiter für topoftheGAMES.com
» Gute deutsche und sehr gute englische Sprachausgabe (!)
» Große, offene Welt lädt zum Erkunden ein
» Unvergleichlicher LEGO-Humor
» Bekannte LEGO-Mechaniken funktionieren perfekt
» Günstiger Preis
» Zu wenig Inhalt auf zu viel Spielzeit gestreckt
» Spielerisch zu anspruchslos
» Hakelige Flugsteuerung
» Dynamischer Splitscreen eher unübersichtlich
» Kein Online- Modus














Ich hoffe doch mit Aufrüstung, so dass du ihn komplett fernsteuern kannst!
Ansonsten schöner Test!
€: Musst dir halt noch 'n LEGO-Motor mit Fernbedienung kaufen.
Aber letzten Endes, hat eben jeder seine eigene Meinung, wir versuchen uns da so objektiv wie möglich mit zu befassen und mit hat die Umsetzung nicht all zu gut gefallen. Wenn das bei dir anders ist, dann geht das ja klar^^
Aber letzten Endes, hat eben jeder seine eigene Meinung, wir versuchen uns da so objektiv wie möglich mit zu befassen und mit hat die Umsetzung nicht all zu gut gefallen. Wenn das bei dir anders ist, dann geht das ja klar^^
Pfff...scheiß auf Objektivität. Ich will deine Meinung in dem Test lesen.
Klar hat man Probleme beim Zielen und so. Aber die hat man doch eigentlich auch beim "festen" Splitscreen. Und wirklich zielen tut man in LEGO-Spielen doch eh nicht...da wird einfach so lange draufgehalten, bis da nix mehr sein kann!
Vielleicht liegt's auch einfach nur an der Größe des Bildschirms, auf dem man spielt. Wie groß ist denn bei dir der Fernseher gewesen?