
Dungeon Crawler – das Genre ist mindestens seit 15 Jahren in der Versenkung verschwunden und gleicht mittlerweile den modrigen Kerkern, in denen man sich damals meist in diesen Spielen umherbewegt hat. Ein vierköpfiger Trupp aus Finnland hat sich gedacht, es sei Zeit Staub zu wischen und das Genre wiederzubeleben. Und dabei hatte Almost Human sichtlichen Erfolg. Legend of Grimrock sieht auf dem ersten Blick unscheinbar aus und lässt vage an Titel wie Skyrim denken. In Wahrheit jedoch handelt es sich bei dem Spiel um die Reinkarnation des Dungeon Crawlers selbst.
Das Prinzip ist leicht erklärt; so hat man als Gruppe aus mehreren Abenteurern, sich durch scheinbar unendliche Weiten eines Kerkerkomplexes zu schlagen und bekommt es dabei nicht nur mit allerlei Getier, sondern auch recht fiesen Fallen zu tun. So kurz die Erklärung ausfällt, um so länger ist das Spielerlebnis selbst. Die Dungeons sind von Haus aus so konzipiert, den Spieler mit jedem weiteren Abschnitt ein bisschen mehr zu fordern. Umwege oder Abkürzungen existieren nicht.
Im sämtlichen Game zieht die Heldentruppe durch die Verliese im Herzen des Berges Grimrock, welcher sich in der fiktiven Welt der Nördlichen Reiche befindet. Viel Story offenbart sich uns zu Beginn nicht, denn alles was uns die Entwickler vor die Füße legen besteht aus einer Hand voll Szenerie-Zeichnungen, welche aber stilsicher die Atmosphäre des Spiels einleiten. Mehr Handlung taucht erst im späteren Verlauf auf, sonderlich tiefsinnig wird es allerdings nie.
Als Spieler kontrolliert man die komplette Abenteuergruppe, was während der Kämpfe in einer gewissen Hektik enden kann, doch dazu gleich mehr. Vier Abenteurer sind es an der Zahl, dabei steht es dem Spieler frei, ob er eine vorgefertigte Gruppe wählt oder sich seine Recken selbst erstellt. Allzu komplex geht es auch hier nicht zu – so gibt es die Nahkampf-, Schurken- und Magierklasse. Als Rassen bieten sich nebst Menschen noch Fantasiegestalten wie Minotauren, Insektoide und Echsen.

Wie es sich für ein Rollenspiel gehört, gibt es auch in Legend of Grimrock Punkte auf Attribute zu verteilen. Regelmäßig steigen die Recken während den Kämpfen um eine Charakterstufe auf; das Abschlachten der Untoten, Käfer, Spinnen (und was es noch so alles in den düsteren Gewölben gibt) bringt Erfahrungspunkte, das Lösen von Rätseln jedoch nicht. Gelegentlich wird dies zwar durch das Finden eines Fertigkeiten-Buchs umgangen, doch ansonsten folgt der Aufstieg Schema F.
Ausführbare Fertigkeiten existieren an sich nicht, denn die Art anzugreifen richtet sich nach den Gegenständen in den Händen unserer Recken. Bis auf den Magier, welcher durch simpler Kombination von Symbolen eines 3×3-Feldes seine Zauber wählt, bleibt es also beim stumpfen Geklicke mit der rechten Maustaste auf die jeweilige Hand der Charaktere, zeitlich angepasst, dem Rhytmus der Angriffs-Abklingzeit folgend. Levelaufstiege bringen lediglich passive Eigenschaften und schalten Zauber des Magiers frei. Stirbt ein Gruppenmitglied, schleppen wir seine Leiche mit uns rum, bis wir einen der im ganzen Spiel verstreuten blauen Lebenskristalle finden. Dieser heilt, belebt gefallene Gruppenmitglieder wieder und speichert zudem das Spiel. Sollten jedoch mal alle Kämpfer fallen, konfrontiert uns das Spiel mit nichts anderem als einem grausamen “Game Over”-Bildschirm. Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als den hoffentlich nicht weit vom Todesort gespeicherten Spielstand zu laden.

Aufgrund der in sämtlichen Ebenen verstreuten Fallen und Rätsel, kann selbst den tapfersten Dungeon-Helden der Bildschirmtod öfters ereilen als man will. So gibt es Falltüren, Giftwolken, Teleport-Felder, und und und.. Dabei bleibt das Spiel stets angenehm herausfordernd und absolut fair. Trotzdem wird man gelegentlich Probleme haben ein Rätsel auf Anhieb zu lösen oder gar zu erkennen, dass man sich bereits innerhalb des Rätsels befindet. Der Anspruch beim Gegnerkampf geht da ähnliche Wege, ständige Optimierungen an Waffen und Items, die passende Gruppen-Formation und im Notfall ein Absenken des Schwierigkeitsgrades können da Abhilfe schaffen.















Für alle Fans von Dungeon Crawlern ala Eye of the Beholder, Might and Magic und Dungeon Master ein absolutes Must Play und für alle anderen eine willkommene abwechslung zu den üblichen Egoshootern oder MMORPG's.
LoG ist wirklich ein Klasse Spiel auch wenn es ein bischen zu kurz geraten ist.
Allerdings wird das wiederum durch den hoffentlich bald erhältlichen Editor und einer Menge Fans bald eine Menge an Nachschub geben