permalink

0

Test: FIFA 12


von

Es ist mal wieder Oktober und jahresüblich präsentiert uns EA Sports wie gewohnt ein neues FIFA . Diesmal ist es FIFA 12 und der mittlerweile 19te Teil der Serie. War FIFA in seinen Anfängen neben dem PES-Vorgänger International Superstar Soccer das einzige ernstzunehmende Fußballspiel, gesellte sich kurz nach der Jahrtausendwende das Playstation Spiel Pro Evolution Soccer dazu und der Fußballspiel-Zweikampf begann. Während der letzten 10 Jahre ist für Außenstehende, außer vermeintlich raffgieriger Jahresupdates zum Vollpreis, nichts geschehen. Blickt man jedoch tiefer in die Materie merkt man: beide Spiele veränderten im Laufe der Zeit ihr Gameplay bis in die Wurzeln und näherten sich immer mehr dem Vorbild Real-Fußball an. Die 2011er Version setzt diese Fußballspiel-Evolution nun also fort und FIFA 12 präsentiert uns somit das endgültige Ende der Verwandlung vom Arcade-Fußball zur waschechten Simulation.

Das beste Beispiel dafür ist die wohl größte Änderung des diesjährigen Teils, die Impact Engine. So werden fußballerische Auseinandersetzungen und Abläufe nicht mehr durch vorgefertigte Animationen dargestellt, sondern entstehen live während des Spielablaufs, aufgrund eines komplexen Zusammenspiels aus physikalischen Eigenschaften und Einflüssen. So wirken die Zweikämpfe und somit wohl das beste Element von FIFA, sehr dynamisch und realistisch. Grätschen, Tacklings und Schubser wirken sich auf das Lauf- und Aktions-Verwalten der Spieler direkt aus. Trikot-Zupfer, Rempler und auf dem Boden liegende Spieler inklusive Verletzungen, alles dies geht aus einer physikalisch korrekten Berechnung hervor und ist anhand des realistischeren Gameplays deutlich zu erkennen.

So wurde auch die Steuerung um eine spezielle Defensiv-Funktion erweitert und künftig reicht es nicht mehr aus, nur den Zustellen-Button zu drücken für die Annäherung des Verteidigers zum Ball samt Tackling. Das Zustellen bzw. Annähern benötigt mit FIFA 12 einen Button, das Tackling bzw. Stören des Angreifers einen anderen. So wurde das allgemeine Defensiv-Gameplay zwar verkompliziert und bietet einen spielerischen Nachteil gegenüber dem Angreifer, doch zusammen mit dem leicht verlangsamten Spieltempo und des besseren Zusammenspiels der Abwehr-KI, wird dieses Manko wieder ausbalanciert. Dieses erweiterte Defensiv-Verwalten intensiviert das Gameplay insgesamt und rückt die FIFA Serie nach Jahren der Verwandlung endgültig in die Schublade Fußball-Simulation.

body1

Der Jürgen Klinsmann und ich, wir waren ein gutes Trio. Ich meinte ein gutes Quartett. (Fritz Walter)

Die kleine Veränderung im allgemeinen Spieltempo wirkt sich natürlich auch auf die Angreifer aus und so ist festzustellen, dass die Dribblings länger dauern können und man dadurch quasi mehr Zeit hat um seinen Spielzug vorzubereiten – je nach Verteidiger-Fähigkeit kommt man zudem auch ohne Tricks leichter zum Zug, Präzisions-Dribbling sei Dank – Die 360 Grad Steuerung fühlt sich im Vergleich zum Vorgänger noch eine kleine Spur flüssiger und direkter an. Doch Vorsicht bei übertriebenen Ego-Ausflügen in den gegnerischen Strafraum: Die Torhüter sind topfit und wer zulange mit dem Abschluss wartet, wird schnell samt Ball eingesammelt, in bester Neuer-Manier.

Was den Spielumfang und Spielmodi angeht ist FIFA 12 absolut vorbildlich. Die ganzen Möglichkeiten und Spielmodi hier aufzuzählen würde den Rahmen des Artikels sprengen. Die drei besten Features sind meiner Meinung nach jedoch der Karrieremodus, der Ultimate Team Modus und das generelle Online-Spiel. Allesamt erreichbar über das deutlich übersichtlichere und neu aufgeräumte Menü.

Der Karrieremodus bietet nun etwas mehr Tiefe als letztes Jahr. So können Scouts auf die Suche nach neuen jungen Talenten geschickt werden und präsentieren dem Spieler, bei erfolgreicher Sichtung, mehrere Jugendspieler und potenzielle Stars aus dem zuvor gewählten Land. Spieler können sich schon mal persönlich beschweren, dass sie gerne spielen würden und bei Ergebnissen der simulierten Liga-Begegnungen der Konkurrenz kann man nicht mehr wie im letzten Jahr, doof auf Sieg oder Niederlage tippen und dabei immer richtig liegen. Spielertransfers wurden etwas aufgepeppt und bieten eine atmosphärische Darstellung der letzten Stunden des Transferzeitfensters mit einem Ticker und beschleunigter Reaktion auf Angebote.

Der Ultimate Team-Modus ist nun von Grund auf dabei und muss nicht mehr separat heruntergeladen werden. Der Spielmodus ist eine Art Management-Modus, der durch die Grundlage der Verwaltung von Spielerkarten, vielleicht am ehesten als Mischung aus Panini-Fußballstickern und Magic the Gathering zu verstehen ist. Durch die spezielle Karten für Bonus-Attribute, Trainer-Spielkarten und Sympathie bzw. Moralwerte, bekommt der Spielmodus eine tolle Komplexität und motiviert durch Turniere, Online-Spiel der zusammengesammelten Mannschaften und sogar Offline-Spiel gegen Mannschaften anderer Spieler gespielt durch die CPU.

Der Online-Modus ist für die meisten FIFA Spieler sicherlich der größte Spaßfaktor des Spiels. Auch hier setzt EA auf eine konsequente Verbesserung und auch hier gelingt dies auf voller Linie. Der Mann gegen Mann-Modus wurde überarbeitet und in einen Seasons-Modus geändert. So müsst ihr Saison-ähnlich mit Liga-typischer Punktevergabe (3 Punkte für Sieg, 1 für Unentschieden) Punktesammeln, um nach Ablauf von 10 Spieltagen möglichst genug Punkte für den Aufstieg zu haben. Sammelt ihr hingegen zu wenig Punkte, steigt ihr ab.

Dir gefällt der Artikel? Dann empfehle ihn weiter und unterstütz uns damit!
Google +1
0
Twittern
2
Facebook Share
1

    Hallo anonymer Leser,
    nur angemeldete Mitglieder dürfen kommentieren!
    Aber meld dich doch einfach an und tritt unserer Community bei. Die Registrierung ist mit wenigen Klicks abgeschlossen und die Mitgliedschaft ist selbstverständlich kostenlos.